G-N2LFWZJEP3
00:00:00: Herzlich willkommen bei Alles da, nur Ella nicht.
00:00:03: Mein Name ist Katharina Apia.
00:00:05: Seit einigen Jahren
00:00:05: begleite ich
00:00:06: Frau Nupare mit unerfülltem Kinderwunsch und weiß aus eigener Erfahrung
00:00:10: wie es
00:00:10: ist wenn das Leben anders verläuft als hofft.
00:00:13: Dieser Podcast ist eine Einladung dem Leben trotzdem zu vertrauen.
00:00:18: Schön dass du da bist!
00:00:20: Ein herzliches Willkommen an diesen schönen Sonntag nach Mittag.
00:00:25: Ich bin immer noch in Berlin bei den Kätzchen.
00:00:28: Ich bin Katzenzitterin im Moment und das bin ich noch eine ganze Woche bis zum achtzehnten September, zwanzig, sechsundzwanzig.
00:00:36: Bin in Berlin-Libst und spontan sagst so ne Coachinsetzung zum Thema Kinderwunsch oder zu einem anderen Thema bei Katharina.
00:00:47: da hätte ich richtig Lust drauf um sie mal persönlich auch kennenzulernen.
00:00:52: dann meldest du dich einfach wenn mir würde ich vorschlagen schreibts mit dem Mail an Veränderung at praxis-apia.de oder schreibst mir eine persönliche Nachricht auf Instagram und dann machen wir das ganz spontan!
00:01:05: Ich habe noch ein paar Zeitslots frei in der Woche, nicht viele aber so ein Paar, wir finden bestimmt eine Möglichkeit wenn du Lust dazu hast.
00:01:15: Und ansonsten möchte ich dir nochmal mein neues Gruppenprogramm ans Herz legen und zwar jenseits des Wartens, fünf Wochen zurück zu dir.
00:01:28: Und das habe ich für die Frauen konzipiert, die müde sind vom Warten.
00:01:37: Ja?
00:01:38: Ich meine der ganze Kinderwunschweg besteht ja eigentlich aus Warten auf den positiven Schwangerschaftstest, auf die nächste Behandlung, auf eine Entscheidung, Auf Klarheit, auf dem Moment wo du weißt dass es Leben weitergeht.
00:01:53: und ich glaube aber nicht, ich glaube sondern ich weiß hinter dem Warten ist ein großer Raum der angefüllt ist an den du gerade vielleicht gar nicht im Moment gar nicht rankommst sozusagen.
00:02:07: Aber dahinter ist ja ein riesengroßer Raum
00:02:11: was
00:02:12: so in dir noch alles los ist, was du spüren kannst ,was du fühlen kannst, was Du weißt eigentlich.
00:02:20: Ja das geht gar nicht ums Loslassen überhaupt nicht, sondern eher um eine Begegnung mit dir selber.
00:02:30: Und das finde ich so wichtig weil ich das
00:02:33: so
00:02:34: oft beobachte teilweise bei meinen Klientinnen dass sie in einen Tunnel geraten und ihr ganzes Leben darauf ausgerichtet haben, ein Kind zu bekommen.
00:02:46: Schwanger zu werden.
00:02:47: und Dorothea mit der ich gleich spreche und zu der auch gleich nach was sage die sagt im Interview- und Podcastgespräch sowas wie naja Fertigitätsbehandlung sind eigentlich einen Teilzeitjob und da kann ich wirklich nur zustimmen.
00:03:02: und deswegen ist es umso wichtiger dass du wieder entdeckst wer du neben diesem Teilzeitsjob eigentlich bist.
00:03:09: ja Das Grundprogramm geht fünf Wochen.
00:03:14: Du bekommst eine Live-Session mit mir pro Woche, du bekommest Impulse, Meditationen, Übungen, Reflexionsfragen und vor allen Dingen den Austausch in einer Gruppe.
00:03:26: Und wenn du meinen Podcast schon länger hörst weißt du das.
00:03:30: ich absolut glaube an die Kraft oder die Magie von Gemeinschaft.
00:03:35: Vor allen Dingen dieser Zeit des Kinderwunsches oder auch danach, wenn du den aktiven Kinderwunsch vielleicht schon hast gehen lassen.
00:03:44: Und
00:03:44: deswegen glaube ich ist das ein sehr, sehr schöner Raum in einer kleinen Gruppe und es geht wirklich ums Ja wo stehe ich eigentlich gerade?
00:03:54: Was in mir möchte gesehen werden?
00:03:56: Wer bin ich eigentlich jenseits des Wartens?
00:03:58: Wer Bin Ich Eigentlich Jenseits Meines Kinderwundsches?
00:04:02: Und dann darf natürlich auch ganz viel Erlaubnis kommen.
00:04:06: Und dann geht es auch natürlich neben dem Erlauben.
00:04:09: Sich selbst erlauben, geht es ums Aufbrechen!
00:04:13: Wie geht's denn eigentlich weiter?
00:04:14: Dafür brauchst du natürlich keinen perfekten Plan aber so ein paar Schritte kannst Du auf jeden Fall Dir schon mal überlegen damit Du rauskommst aus dieser Warteposition und wenn das in Dir resoniert würde ich mich wahnsinnig freuen.
00:04:29: Dann schaust Du einfach auf den Link auf meiner Webseite Den Du auch hier in den Shownots findest.
00:04:35: So, das vorweggesagt möchte ich jetzt Dorothea vorstellen.
00:04:42: Ganz tolle Frau sehr, sehr reflektiert und hat ein paar wirklich bemerkenswerte Sätze gesagt.
00:04:48: Und einen davon habe ich direkt als Titel des Podcasts genutzt.
00:04:53: Der Rest meines Lebens ist Mainz.
00:05:00: Das war irgendwann die Erkenntnis.
00:05:02: Und du kannst dir natürlich vorstellen, wenn du selber eine Kinderrundschrau bist, dass bevor sie diesen Satz vollen Herzens sagen konnte in ihrem Podcast natürlich ne ganze Reihe von Dingen vorher passiert ist auf ihren Kinderwunschweg, in ihr... In ihrem Gefühlsleben, in dem was sie eigentlich reflektiert hat und so weiter und so.
00:05:25: Und Dorothea erzählt zum Beispiel auch davon wie brutal diese Fertigitätsbehandlung für sie sind.
00:05:33: Ich wurde behandelt wie ein Gefäß, wie ein defektes Gefäße.
00:05:37: so hat sie das für sich empfunden.
00:05:39: und natürlich sprechen wir auch darüber was es mit ihrer Beziehung gemacht hat.
00:05:44: Was ihr tiefster Punkt war und warum Sie an diesem tiefsten Punkt Ihren Job gekündigt hat?
00:05:50: Und ob sie das bereut hat?
00:05:53: Inzwischen ist sie so dass sie sagt ich mag mich heute mehr als vorher
00:05:57: interessanterweise
00:05:58: Und mein Leben ist reich und erfüllt.
00:06:01: Sie erzählt natürlich auch davon, wie... Das ist ja total individuell!
00:06:05: Wie für sie ein erfülltes Leben aussieht?
00:06:10: Dass es natürlich auch viel Druck mit sich bringt auf einmal so viele Optionen zu haben das Leben sozusagen wieder komplett in der eigenen Hand zu haben In der Gestaltung.
00:06:24: Ich finde dieses Gespräch ganz bemerkenswert und ich freue mich total,
00:06:28: dass du es
00:06:28: gleich hörst.
00:06:29: Und ja, ich will eigentlich gar nicht mehr weiter reden weil ich glaube das Interview des Gesprächs steht tatsächlich für sich.
00:06:38: vielleicht noch einen Satz den ich total bemerkenswert finde und zwar sagt sie Du darfst jederzeit aufhören.
00:06:45: Es gibt keine Medaille dafür wer am meisten leidet Es gibt keinen Leidenswettbewerb.
00:06:53: Das finde ich eine ganz wichtige Botschaft die sie auch mitbringt.
00:06:57: Okay,
00:06:57: aber jetzt wünsche ich dir ganz viel Inspiration und ganz viele Impulse für dich und dein Leben.
00:07:06: Schön dass du da bist!
00:07:16: Ich habe wieder eine tolle Gästin auf die freue ich mich schon weile und ich sage erstmal herzlich willkommen liebe Dorothea.
00:07:24: Ja hallo Katharina freue mich dabei zu sein.
00:07:27: Ja erzähle
00:07:28: ein bisschen von dir das was du gerne erzählen möchtest.
00:07:32: ja Genau.
00:07:34: Hi erst mal, ich heiße Dorothea.
00:07:36: Ich komme aus Nordrhein-Westfalen.
00:07:38: Ich bin sieben Gradig Jahre alt.
00:07:40: Ich hab die letzten zehn Jahre fast in Brüssel gelebt, in Belgien und bin jetzt seit März wieder hier, genau, zurück im Rohgebiet ...
00:07:50: In der Allemannstadt?
00:07:51: Zu meinen Wurzeln, genau!
00:07:55: Ähm, ich hab genau ... Im Brüssel habe ich so EU-Politikberatung gemacht, im Gesundheitsbereich, ich bin auch vom Studium her Apothekerin und hab, wie gesagt, in zehn Jahren in Brüssel eher so Gesundheitspolitik gemacht.
00:08:08: Und bin jetzt seit Anfang März auch wieder in der Apotheke.
00:08:12: Ja ... Das ist alles irgendwie sehr schön.
00:08:15: Genau!
00:08:16: Ich mach sonst viel Musik.
00:08:18: Ich singe, ich spiel für Gott.
00:08:20: Ich habe einen kleinen Tierschutzhund seit einiger Zeit.
00:08:23: Super schön.
00:08:25: Ja.
00:08:25: Wo ist das?
00:08:25: Danke.
00:08:26: Ja, hört sich nach einer spannenden Person an.
00:08:30: Wer war Dorothea in ihren Zwanzigern?
00:08:32: Wie hast du dir so dein Leben vorgestellt, war es immer klar dass das ein Leben mit eigenen Kindern wird?
00:08:38: Ja also das war für mich überhaupt keine Frage.
00:08:41: Also ich habe das immer... Für mich war das immer relativ klar.
00:08:44: eigentlich Ich war sehr unentschlossen was ich beruflich machen möchte.
00:08:51: Ich weiß es noch in einer Abizeltung hatte ich irgendwie so als Studienwunsch, Philosophie Medizin Psychologie Kunstgeschichte habe ich alles aufgeschrieben.
00:09:00: Dann hab' ich auch erst mal Psychologie studiert Neure deutsche Literatur Judaistik Psychologie auch abgeschlossen tatsächlich dann gewetzelt auf Pharmazie.
00:09:11: Also das war immer super unklar weil einfach sehr viele Dinge interessant finde, aber nicht so richtig krass spannend.
00:09:19: Also ich war dann immer relativ schnell gelangweilt, wenn ich das Gefühl hatte, ich weiß genug und mit ... Das war für mich immer so klar, meine Zwanziger sind für Studium und irgendwie auf politisches Engagement und so.
00:09:31: Und meine Dreißiger sind da für Beruf und Kinder.
00:09:34: Das war so ...
00:09:35: Okay, dann hatte ich immer so Kopf sozusagen?
00:09:37: Genau!
00:09:37: Das war auch so ... Es war für me ...
00:09:40: also
00:09:42: komplett die logische ... eine logische Sache, dass man so sein Leben lebt.
00:09:45: Ja, ja kann ich total nachvollziehen und dann kann ich mir vorstellen war es wahrscheinlich ein Schock irgendwann zu bemerken könnte sein das ist nicht so läuft wie ich mir das vorgestellt habe.
00:09:57: Wie bist du mit diesem mit dieser Erkenntnis umgegangen?
00:10:01: Also ich hatte das lustigerweise Bevor wir überhaupt das probiert haben hatte Ich schon die ganze Zeit so dieses wirklich allweiliges sage Es ist ein Bauchgefühl Scheiße, irgendwie.
00:10:15: Also ich hatte das... Ich kann mich auch noch erinnern, dass ich das mit einer Freundin unterwegs war die auch Kinder wollte aber auch quasi noch nicht im Probieren war und gesagt habe so, ich hab irgendwie richtig Angst, dass sich aus irgendwelchen Grunden keine Kinder kriegen kann.
00:10:27: Und sie hat gesagt ja, ich habe das auch, aber ich denke eher, daß ich bestimmende Fehlgeburt haben werde.
00:10:32: Ach verrückt!
00:10:33: Ja genau.
00:10:34: und dann hatte ich damals mit einer Therapeutin schon gesprochen und gesagt, ich hab da irgendwie so Angst.
00:10:41: Ich sag ja aber erlaubt dir das doch einfach, da irgendwie positiv heran zu gehen?
00:10:44: Und dann dachte mir so Ja, stimmt eigentlich ne.
00:10:47: also es nutze ich auch nicht irgendwie sich Sorgen zu machen bevor's so tiefen ist dass es geblieben ist, dass es sich lohnt.
00:10:55: Und dann war ich auch so okay gut.
00:10:56: Dann gehe ich jetzt mal davon aus, dass irgendwie schon gehen wird.
00:11:02: Und als sie sich dann irgendwie gezogen hat, dachte zieht sich halt nicht so schlimm.
00:11:10: Und irgendwann kam der Moment, dass du sagst, okay vielleicht klappt es nicht?
00:11:14: Vielleicht ist das einfach geben wir hier ohne Kind raus.
00:11:18: und dann hatte ich auch den Moment, wo ich sage, nein, ich kann gar nicht glauben, dass das jetzt mein Leben ist.
00:11:23: Ja... Guter Punkt!
00:11:25: Also das war auch über ein Prozess von mehreren Jahren, da kam das von, naja gucken wir mal, es zieht dich ein bisschen hinzu.
00:11:37: Okay, fuck!
00:11:38: Ja das war so... Ja
00:11:41: glaube ich kann mich total nachvollziehen dass es ja sind so mehrere Shocks.
00:11:45: Kann ich auch aus meiner Geschichte tatsächlich immer mal wieder Gedanken oh Gott wie was?
00:11:52: Ich kann's gar nicht glauben irgendwie eine Ungläubigkeit
00:11:54: mit
00:11:55: reinschwingen.
00:11:58: Okay, also das heißt du hattest irgendwie so ein Bauchgefühl.
00:12:00: Hast dann aber gedacht ach komm ich geh so unbeschwert wie möglich daran und ist dir das gelungen in der ersten Zeit da umgeschwert erstmal dran zu gehen?
00:12:08: Voll!
00:12:08: Am Anfang war es echt so nett lustig.
00:12:12: Ich dachte auch so ja geil wir müssen nicht mehr verhüten.
00:12:14: Ist ja jetzt auf jeden Fall witzig.
00:12:17: Und ich dachte aus Ja wir waren da auch nicht so...ich ist jetzt nicht so dass wir irgendwie intensive Cyclo-Tracking Eisprung-Tests und so was gemacht haben, sondern einfach nur so okay da ungefähr.
00:12:27: Und dann haben wir halt irgendwie Sex oder das war alles nett und witzig und irgendwie auch so... Ja genau!
00:12:34: Dann bin ich ja auch innerhalb von diesem magischen Jahr schwanger geworden und hatte dann halt eine Fehlgeburt ne frühe.
00:12:45: Das war schon auch scheiße aber ich wusste ja genug darüber dass ich dachte ok passiert
00:12:53: Ja,
00:12:53: so blöd gelaufen.
00:12:54: Aber ich kann ja offenbar irgendwie schwanger werden ... und auch meine Frauenärztin damals war auch nicht besorgt.
00:13:03: Die war halt schon... Also, ich hatte wirklich eine fantastische Frauenärzte, muss man sagen.
00:13:07: Die waren sehr empathisch aber sehr sachlich empathisch.
00:13:10: Die hat sogar gesagt, das ist jetzt wirklich das Druckmärzleid für sie.
00:13:13: Sie müssen sich keine Sorgen machen.
00:13:15: Und das war ja auch von der Information die man damals hatte richtig.
00:13:22: Absolut!
00:13:24: Das heißt, diese erste Fähgeburt, da bist du nicht im tiefes Loch gefallen.
00:13:32: Ich kann mich auch noch alles sehr gut daran erinnern.
00:13:34: natürlich.
00:13:35: also es war schon schlimm aber das war nicht lebenserschütternd
00:13:42: schlimm.
00:13:43: Das habe ich so gedacht okay das ist halt so eine von diesen weiblichen Erfahrungen die ich jetzt gerade offenbar machen muss.
00:13:50: Okay.
00:13:51: Hast du mit Freunden drüber gesprochen?
00:13:53: Also bist du da offen umgegangen,
00:13:55: mit dem ächsten Kreis ... Ja doch!
00:13:58: Ich war auch sehr offen mit dieser Schwangerschaft.
00:14:00: Ich hab das auch Freundinnen schon direkt erzählt.
00:14:04: Weil ich ja auch... Wenn man Medizin-Schnellgrund hat weiß man ja auch was ist es, dass es bis zu zwanzig Prozent oder bis dreißig Prozent der Frühschwangerschaften in der Vielgeburt enden können.
00:14:16: und ich nicht.
00:14:17: Ich wollte nicht alleine sein und ich hatte auch überhaupt nichts.
00:14:20: Das ist was, was ich mir nie erschlossen hat, wo der Sinn sein soll von Schwangerschaften erst nach einer zwölften Woche verkünden.
00:14:26: Also im Arbeitskontext klar bei meinen Herzensmenschen.
00:14:31: Ich will ja, dass die wissen wie es mir geht!
00:14:34: Und je weniger ich erklären muss in dem Moment, an dem es mir schlecht geht, desto besser.
00:14:37: also das ist so ne?
00:14:38: Von daher war ich da sehr offen mit und das waren auch rassig.
00:14:41: Ehe, also da bin ich wirklich sehr reich beschenkt.
00:14:43: Ich habe wirklich fantastische Freundschaften in meinem Leben und genau... Und das ist dann ja auch, dann weiß man ja auch ne?
00:14:50: Also klar!
00:14:51: Ich war eine so der Erste in mein Freundeskreis die Kinder haben wollte.
00:14:54: deswegen
00:14:55: war
00:14:55: da wenig Erfahrung direkt aber man trotzdem dann von älteren Schwestern, von Müttern, von Tanten
00:15:02: kam.
00:15:03: dann doch Geschichten wahrscheinlich.
00:15:04: Genau, also das ist so.. Da war dann schon, also ich hab mich da auch nicht allein gefühlt
00:15:09: Sieh schön.
00:15:10: Das
00:15:13: freut mich total.
00:15:15: Da war noch so alles gut?
00:15:16: Ja, wann begann es nicht... Wo du gemerkt hast okay da war definitiv nicht mehr alles gut.
00:15:22: Also das war so als wir angefangen haben mit Fertilitätsbehandlung.
00:15:25: und ich sage auch Fertiltätesbehandlungen in Absicht weil Kinderwunsch-Behandlung komplett... ... bananiges Wort finde.
00:15:31: Das ist Kinderwunsch, es ist so eine wolk-rosige plüchtige Angelegenheit... ... sowie Weihnachtswunsche, das spricht nicht der Brutalität von Fertigitiesbehandlungen.
00:15:42: Ja, find ich gut!
00:15:43: Und auch noch mal kurz so als Disclaimer?
00:15:45: Ich hab' das ja also in Englisch gemacht, deswegen is mein... Gehirn so ein bisschen mit englischen Begriffen durchsetzt.
00:15:50: Also, falls es passiert, sollte dann ... Alles gut!
00:15:53: Ja, finde ich also direkt ein ganz spannender Aspekt.
00:15:56: ne?
00:15:56: Du hast die Fertilitätsbehandlung als brutal empfunden.
00:16:00: Magst du ein bisschen davon erzählen?
00:16:02: Was war das Brutale
00:16:03: daran?
00:16:04: Das war halt... Für mich war das so, dass ich als Mensch, ich als Patientin einfach komplett irrelevant war.
00:16:20: Das war nur meine Funktion.
00:16:23: Meine Funktion als Gefäß, also meine Function als Gefäs für diesen Embryo und meine dann potenziell Defekte, ich als potenzielle Defekt des Gefäes.
00:16:40: Also dass ich so... Dass ich halt ein Mensch bin der irgendwie einen eigenen Körper hat, der irgendwie ein Leben hat was nicht Ähm
00:16:49: ...
00:16:50: in Antizipationen auf Mutterschaft ist, sondern noch irgendwie keine Ahnung.
00:16:54: Beruf, Freunde, Hobbys, whatever war einfach so das oder ich ein Körper der vielleicht intakt bleiben möchte?
00:17:03: Ich hatte das Gefühl, das war überhaupt kein Thema!
00:17:06: Also es war so lange ich nicht sterbe weil dann ist ja das Gefäß unbruchbar kann man alles damit machen.
00:17:13: Wahnsinn wenn du das so sagst finde ich würde mir das auch nochmal so bewusst.
00:17:16: ne dass das schon wie soll ich sagen, also eine sehr krasse Reduzierung ist.
00:17:21: Ja ja genau
00:17:23: diese Behandlung kann ich total nachvollziehen dass sich das ganz schön beschäftigt hat offensichtlich.
00:17:30: Wie bist du mit diesem Gefühl umgegangen?
00:17:32: nur in Anführungsstrichen gefiess?
00:17:34: Nicht gut!
00:17:37: Das lief überhaupt nicht gut.
00:17:41: Ich war natürlich auch sehr entschieden, dass ich es will und klar an meinem Wunsch Und deswegen habe ich da auch quasi so den Minus medizinischen Richtlinien gefolgt.
00:17:51: Also nach einem Jahr haben wir halt bei meiner Gynäkologin, dann war es okay das funktioniert nicht.
00:17:58: Wir gehen dann in den Finderwunsch-Klinik Facilitätszentrum.
00:18:04: Da macht man dann quasi zuerst Insemination und kürzliche Befruchtung, IVF.
00:18:11: Und ich bin da halt sehr rational in dem Sinne von so macht man das?
00:18:17: Habe ich das halt gemacht und ich war schon dann aber auch immer ein bisschen ... Das war halt auch so krass weil ich ja natürlich irgendwie vom Fach bin.
00:18:26: Aber eben trotzdem damals meiner ganzen Person und Menschlichkeit da war und die halt irgendwie... Also ich mich da auch immer so ein bisschen abspalten musste für den was ich gerade erlebe damit ich halt die Gespräche führen kann.
00:18:38: Weil ich muss ja verstehen, was da passiert gerade.
00:18:41: Und wenn ich diesen ganzen Horror, den ich da jetzt erlebe ... Wenn ich die mit mir Gespräche gebracht hätte, hätt ich das nicht mehr machen können?
00:18:48: Es war so eine Abspaltung, die ich da irgendwie so erlebt ... Also ein bisschen machen musste um das quasi so dann durchzugehen und es war auch sehr anstrengend und sehr unangenehm natürlich.
00:19:05: Natürlich, also noch mal ein zusätzlicher Druckfaktor eigentlich finde ich.
00:19:11: Ja ja.
00:19:12: Gab es eine Diagnose
00:19:13: bei euch?
00:19:14: Wir wissen das bis jetzt noch nicht.
00:19:18: Also wir haben... Ich hatte immer sehr viele Allzellen und dieses ist halt einfach... Sehr viele Allzählen, sehr wenig bis keine Embryos Und irgendwas ist da auf dem Weg Aber wir wissen immer noch nicht so richtig ... war bis zum Ende nicht klar.
00:19:39: Und was macht das mit dir?
00:19:41: Also... Das nichts zu wissen, dass du eine Unklarheit sagst.
00:19:45: Hättest du lieber eine Diagnose?
00:19:48: Es gab ne Zeit da war ich, habe ich das richtig wahnsinnig gemacht.
00:19:52: Ich dachte so wie kann das sein?
00:19:55: also wir fliegen somon Wir haben irgendwie was wir alles an technisch am medizinischen wir können irgendwie genetische Codes verändern.
00:20:05: Du kannst mir nicht sagen, warum ich kein Kind haben kann.
00:20:08: Was soll das?
00:20:11: Da war ich auf verschiedenen Ebenen entrüstet als Patientin und als Frau.
00:20:18: Das ist ja auch ein Thema wie viel Forschung, wo Forschung hingeht usw.
00:20:24: Inzwischen ist es mir egal.
00:20:27: Weil ich so denke ... Es hätte nichts geändert.
00:20:30: Also klar, vielleicht hätten wir dann irgendwie spezifischer behandeln können, aber das vermutlich auch nicht.
00:20:43: Der Weg dahin wäre vielleicht ein bisschen anderer gewesen... Ein bisschen bin ich auch froh weil Man ja immer auch gerne fragt, an wem lag's denn?
00:21:00: Lags an dir, lachs an deinem Mann.
00:21:03: Und das wissen wir nicht... und das ist irgendwie ganz nett!
00:21:05: Das ist so eine gemeinsame Verantwortung die man sowieso hat weil es ist ja immer das Paar.
00:21:13: Aber manchmal kann man's ja eher in eine Richtung.
00:21:20: Ja finde ich eigentlich ganz schön manchmal auch Aber so meine wissenschaftliche Seite ist unzufrieden.
00:21:26: Ja, deine
00:21:26: wissenschaftlichen Leute sozusagen.
00:21:28: Na ja verstehe ich total.
00:21:29: Du hast natürlich recht dann fühlt sich keiner schuldig weil ich so oft auch mit dem Thema Schuld.
00:21:35: also in meinen Coaching-Sitzungen kommt das Thema
00:21:37: schon so
00:21:37: oft hoch tatsächlich und dass es natürlich ein bisschen einfacher in Anführungsstrichen für die Partnerschaft.
00:21:44: Apropos Partnerschaft wie war dein Partner in der Zeit an deiner Seite?
00:21:49: Wie habt ihr das als Paar erlebt?
00:21:51: Ähm, ich fand das ... Ich finde eigentlich wirklich sehr gut.
00:21:59: Das war auch so, also ... Sebastian war wirklich sehr unterstützend.
00:22:04: Der hat auch viel ... Also wir haben da sehr ... Wir sind es auch sehr aktiv angegangen, dass er halt viel managt für mich.
00:22:11: Dass er dann bei der Klinik anrufen, die Termine macht und so weiter.
00:22:14: Weil das ist ja alles in meinem Körper.
00:22:16: Und das kann er mir nicht abnehmen.
00:22:19: Und dass er mir halt dann abgenommen hat was er ab mehr abnehmen konnte.
00:22:22: Also so, auch Haushalt.
00:22:26: Also sowas und das war auch wirklich notwendig und ich glaube sonst hätten wir es auch nicht überstanden.
00:22:32: Weil das ist so... weil auch mit allem was er mir ja abgenommen hat er weiß halt nicht wie sich das anfühlt.
00:22:40: So diese ganzen fremden Hände an und in mir die ganze Zeit Und so diese Übergriffigkeit, selbst wenn man dem zugestimmt hat.
00:22:50: Ich hab den ja nicht zugestimmen, weil ich es für eine tolle Erfahrung halte, sondern weil ich mir einen Lebenstraum erfüllen wollte.
00:22:55: Also das war keine freiwillige Aktion!
00:22:58: Das war halt aus der Notwendigkeit heraus, dass ich bereit war auf mich zu nehmen und das ist was er nicht nachvollziehen kann, weil er's nicht erlebt hatte.
00:23:08: Da halt Zuschauerschuhe sein ist etwas anderes als ... Ja, als Hauptdarsteller quasi.
00:23:16: Aber das war schon wirklich ... Da hat er auch so viel getan was er ... Ganz großartig tatsächlich!
00:23:24: Wie wart ihr in Kommunikation?
00:23:27: Also hattest du immer sagen wie es dir gerade geht oder deine Angst?
00:23:33: Hattet ihr das teilen miteinander?
00:23:36: Wie hast du's erlebt?
00:23:38: Schon... Also ich konnte das schon gut mitteilen.
00:23:41: Aber es war so ein bisschen, also schon auch ein bisschen eine Ungleichgewicht weil mein Kinderwunsch war größer oder ist genau, war größern meinen Investment die ganze Aktion war größerer.
00:23:51: Ich war auch bereit mehr zu machen und da habe ich mich manchmal auch alleine gefühlt Weil ich das halt auch entschieden habe was ich auch wiederum richtig finde, weil es ist ja mein
00:24:03: Körper.
00:24:04: Also, entschieden hast du in die Fertilitätsbehandlung
00:24:06: zu gehen?
00:24:06: Genau, genau!
00:24:07: Natürlich haben wir's gemeinsam entschieden aber das war trotzdem mein Impuls und mein ... Weil... Es ist ja auch mein Körper er kann das nicht also es geht ja nicht.
00:24:14: Absolut.
00:24:15: Aber dadurch hatte ich ja irgendwie trotz allem so die Verantwortung und auch so die Ja doch ein bisschen auch so Verantwortung für meinen Leid, weil trotz allem ist es ja mein Entscheidungspro ... Also, ne?
00:24:29: Das weiß ich nicht.
00:24:30: Natürlich war es irgendwie nicht freiwillig, aber es war ja doch freiwilliger, weil ich hätte's nicht machen müssen und das war so ein bisschen so, wo ich auch sehr mit gehadert habe zwischendurch.
00:24:38: Wo ich dachte, ich hab mir jetzt diese furchtbaren traumatischen Behandlungen freiwillige gemacht.
00:24:45: Also, das war auch noch mal so eine Sache.
00:24:47: Und da ... Da waren wir nicht so richtig zusammen drin.
00:24:53: Das war, da war ich viel mehr drin als er.
00:24:57: Und das war so ein bisschen doof manchmal.
00:24:59: Ja, kann ich mir vorstellen auf jeden Fall.
00:25:03: Da waren tatsächlich so meine... Ich hatte eine sehr gute Freundin die ich auch ganz lange schon kenne, die auch durch Künstliche Hochschulen das erlebt hat, dadurch gegangen ist und so.
00:25:11: Die war halt ... das war mein Go-to.
00:25:14: ... meine Unterstützungsperson in dem Moment.
00:25:17: Ja, ja!
00:25:18: Da war ich wirklich... Also es hat mir natürlich auch sehr leidgetannt für Sie,... ... dass sie das auch machen musste.
00:25:22: Gleichzeitig war ich unendlich dankbar.
00:25:24: Dass ich so jemand hatte, der einfach in dem moment mit dabei ist.
00:25:28: Und weiß wie sich keine Ahnung, nur Funktion anfühlt.
00:25:31: Genau.
00:25:33: Ja.
00:25:34: Das war echt Gold wert.
00:25:36: Ich
00:25:36: glaube ich dir.
00:25:38: Sag mal was würdest du sagen?
00:25:42: Gab es so einen Moment oder mehrere, der so emotional am schwierigsten für dich war auf dieser Kinderwunsch?
00:25:48: Das
00:25:48: schlimmste das schlimmste war nach meiner zweiten zweite runde IVF.
00:25:53: Einzelne Name.
00:25:54: da waren ich hatte so richtig krasse viele Eizellen und ich hatte also drei und zwanzig vierundzwanzig Und ich dachte so fünf embryos So easy und dann hatten wir kein einzigen.
00:26:12: Ich hab den Anruf auch noch zu allem Überfluss bei mir im Büro angenommen.
00:26:17: Und bin dann in so ein Meetingraum und hab da halt diesen Anrufe gekriegt, ich hab dann so abgeschaltet ... ähm ... und bin einfach wieder arbeiten gegangen, ne?
00:26:27: Ach
00:26:27: krass!
00:26:28: Also erst mal verdrängt.
00:26:29: Beständlicherweise.
00:26:31: So,
00:26:31: ne?!
00:26:32: Und dann habe ich drei Tage später mein Job gekündigt.
00:26:36: Ach nein!
00:26:37: Mhm.
00:26:38: Und es hatte damit zu tun, meinst du?
00:26:39: Ja.
00:26:40: Also mit
00:26:40: dieser Arbeit.
00:26:40: Ja, hundert Prozent!
00:26:42: Ich hatte einen sehr gut bezahlten Job.
00:26:44: Ich habe wirklich gut verdient.
00:26:45: vier Tage die Woche um halb sechs hab ich ein Stift fallen lassen aber meinen Job war wirklich sehr schwachsinnig.
00:26:52: also ich hätte wirklich auch schon gute Beratungsjobs, ne?
00:26:55: Aber der war wirklich... Also ich hab immer so die Witze gemacht, dass wenn so eine kleine Atombombe in meinem Büro explodiert und mich um mein Team eliminiert dann merkt es niemand inklusive meiner Kunden.
00:27:06: Und das ist ein Job den kann man schon machen also gerade wenn er gut bezahlt ist aber wenn... Ich hatte halt so... Es war privat, es war so schlimm für mich!
00:27:15: ... im Beruf überhaupt keine ... ... Selbstwirksamkeit, Erfahrung und so gar gar nix.
00:27:22: Und dann hatte ich halt auch super viel Zeit.
00:27:24: Dann hab' ich die ganze Zeit während meiner ... ... Arbeitszeit irgendwelche... Also ich habe ja auch so allem Überfluss auch noch für ein ... ... Pharmaunternehmen unter anderem gearbeitet, die halt irgendwie so diese Fertilitätsmedikation gemacht haben.
00:27:36: Ach du war der Güte?
00:27:37: Ach nein!
00:27:37: Das ist
00:27:38: auch noch.
00:27:39: Ja also das war nicht mein Hauptkund.
00:27:40: Ich hatte mehrere Kunden aber das war wirklich ne.
00:27:42: Und da lese ich, also bereite ich da irgendwelchen Versuchspapier vor für irgendeine ... Ja, also für bessere Reversen.
00:27:52: Für Fetalitätszeugs und da hab ich ja eh, ne?
00:27:56: Und dann habe ich auch irgendwie dann die ganze Zeit irgendwelche Studien gelesen so Erfolgs-Aussichten, künstliche Befruchtungen bei Frauen mit so und so.
00:28:05: Fünfzig Prozent der Paare hören auf, ne.
00:28:10: Keine Ahnung, acht von zehn Frauen hat Suizidgedanken während künstlicher Befrüchtung Und das, also ... damit hab ich mich dann auch so im Job beschäftigt.
00:28:21: Nicht viel, ne?
00:28:21: Vielleicht zehn Prozent meiner Zeit.
00:28:23: Aber es reicht ja und kann ich da ja auch, weil ich wahnsinnig obszesste, dass hab ich die ganze Zeit alles gelesen.
00:28:31: Ja.
00:28:32: Also habe ich einfach richtig rabiat gekündigt was man nicht machen soll.
00:28:37: Man soll nach Lebensverändern ereignissen Nicht sofort
00:28:41: Entscheidungen
00:28:41: treffen.
00:28:42: Aber es war auch noch EU-Wahl zu dem Zeitpunkt, und da hat die AfD im Europaparlament so wahnsinnig viele Plätze gekriegt ... Ich dachte nicht mehr, das geht nicht mehr!
00:28:51: Ich kann hier nicht meine Zeit verschwenden.
00:28:55: Das war auch so
00:28:56: ein ...
00:28:56: Ich muss hier weg?
00:28:57: Ja, hab ich dann gemacht.
00:29:01: Also um nochmal zum Punkt zurückzukommen, das war das Krasseste.
00:29:06: Alles danach war immer noch schlimm, weil das war ja wir haben vier Runden gemacht insgesamt.
00:29:12: Das war immernoch schlimm und anstrengend aber das war so ein Sensormoment.
00:29:17: Ja
00:29:18: glaube ich.
00:29:18: Und da wusste ich auch so okay... Also das wird ganz schwierige Geschichte.
00:29:26: Und hast du es bereut?
00:29:28: Wir können nichts zu haben!
00:29:30: Aber
00:29:30: richtige Entscheidung.
00:29:31: Was ich ein bisschen bereut habe, ist dass ich das nicht ein bisschen schlauer gemacht habe.
00:29:35: Dass ich mich vielleicht erst mal krankschreiben lassen.
00:29:39: Das wäre kein Problem gewesen.
00:29:40: Mir ging es so miserabel auf jeden Fall.
00:29:44: Ich war vermutlich auch ein bisschen depressiv.
00:29:46: Ja klar!
00:29:46: Also ich war vermuchlich richtig depressiv, dass ich da einfach das finanzielle... Da vom Geld so... Finanziell war das keine gute Entscheidung.
00:29:57: Ich war halt zu dem Zeitpunkt, das ist ja auch das Ding.
00:30:00: Wenn es einem so schlecht geht ... Man muss ja... Es ist ja alles Kampf!
00:30:04: Das ist ja Kampfenarzt, finde ich, ein krangeschreibtes.
00:30:07: Es ist Kampf dann irgendwie mit irgendeiner verlängerte Krankenschreibung und das ist halt alles in Belgien oder Französisch, kann ich nicht alles nicht so gut?
00:30:17: Ich hatte da nicht den ... Ich konnte das nicht.
00:30:20: Ich hatte nicht die Kraft für.
00:30:22: Und deswegen war das so ... Das war wirklich eine Notbremsung und das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung.
00:30:29: Aber es hat mich halt richtig viel gekostet, also was du an Einkommensverlust und so war's.
00:30:35: Ich konnte das auch nur machen weil ich vorher so gut verdient habe sonst hätte ich mir das niemals leisten können.
00:30:39: Ja
00:30:39: ja.
00:30:40: Also das ist auch wieder ein schöner Moment wo man sieht dass Gesundheit käuflich ist zum Teil.
00:30:47: Muss man tatsächlich sagen danke für deine Ehrlichkeit.
00:30:50: Achso absolut recht!
00:30:52: Wenn du sagst, in der Zeit ging es dir so schlecht.
00:30:55: Was hat dich aufgefangen?
00:30:57: Also was hast du gemacht?
00:30:59: oder war gar kein Raum was zu machen sondern du warst total erstarrt und konntest mal im Bett liegen oder was auch immer.
00:31:05: Doch also ich das hatte ich auch ein bisschen ja.
00:31:08: aber dadurch dass ich dann ja so viel Freizeit hatte habe ich Sachen gemacht die ich unter Kontrolle hatte.
00:31:16: Also was ich halt wirklich, was ich in dem Moment wirklich sehr gebraucht habe ist es waren so ... Ich musste mal wieder ein Erfolgserlebnis haben.
00:31:22: Weil bei Kinderwunschbehandlungen und bei Feltitätssachen da steckt man ja so viel Energie rein.
00:31:29: So mein ganzes Sein und Wesen.
00:31:32: Das ist ja auch im Prinzip künstliche Befruchtung, das ist ja ein Teilzeitjob vom Zeitaufwand und vom Management her.
00:31:40: Irgendwie spritzen zur richtigen Zeit, Termini mit der Klinik alles.
00:31:45: Entnahmemanagement, also furchtbar.
00:31:49: Und man kann das Ergebnis nicht beeinflussen, hat mal keine Chance.
00:31:53: Klar, man kann irgendwie offen zu rauchen und offen zu trinken... ...und wenn man das nicht mehr macht dann, wenn man es eh nicht macht, ja.
00:32:00: Deswegen muss ich was machen, was ich machen kann?
00:32:02: Also wo ich Erlebnis Erfolg habe.
00:32:06: Dann hab' ich Niederländisch gelernt, dass er in Belgien sich anbietet.
00:32:12: Ich hab ne Joa-Lehrerin Ausbildung gemacht Und ich glaube mit das Wichtigste war, dass ich wieder richtig viel angefangen habe Musik zu machen.
00:32:20: Also ich hab wieder angefangen vor Gott zu spielen.
00:32:22: Das habe ich als Jugendliche schon gemacht.
00:32:23: Ich hab angefangen so singen und das sind so beides die richtig wichtige Hobbys für mich geworden.
00:32:30: weil da also einmal quasi ne sodass beruhigende und das also singe ist ja total therapeutisch bin ich inzwischen der festen Überzeugung von Einmal so dieses Video mit meinem Körper in Verbindung sein, das auch beim Yoga natürlich.
00:32:44: Aber auch zu sehen.
00:32:45: okay ich streng mich an Ich habe ein Ergebnis.
00:32:49: offenbar kann nicht noch was.
00:32:52: Wichtiger Punkt ja und Das war auch so dass hab ich halt hatte damals das kann man Ja auch häufig im Job haben das ist ja wirklich es kann hier wirklich so sein das hatte ich halt da nicht in dem Moment weil mein Job das nicht hergegeben hat Aber jetzt, und deswegen hab ich mir erst anderthalb gesucht.
00:33:09: Das war auch so, deswegen bin ich auch so dankbar, dass ich da diese Möglichkeit hatte finanziell halt da einfach mal ein Jahr nicht zu machen oder kein Geld verdienen zu müssen.
00:33:18: Sondern einfach halt ne?
00:33:20: Wie gesagt, wir ländisch Joa-Ausbildung viel Musik das waren echt so die wichtigen Sachen und dann natürlich meine Freundschaften.
00:33:29: also ich hatte wirklich habe ich immer noch hab ich schon gesagt Tolle, tolle Freundin.
00:33:35: Und Gott sei Dank mehrere von denen auch sehr entschieden ohne Kinder?
00:33:41: Also nicht nach Kinderwunsch oder nach Fehlgeburten sondern wirklich Frauen die gesagt haben, sie möchten keine Kinder diese Mutterrolle ist für sie nichts was sie interessant finden.
00:33:53: und da konnte ich mich dann auch super daran orientieren so zu sehen okay... Was haben die denn für Ziele im Leben?
00:33:58: wie sieht denn deren Plan aus?
00:34:00: Großartig.
00:34:02: Und das war total hilfreich und so ein bisschen wollte ich es natürlich nicht, weil das war ja nicht mein Plan.
00:34:06: Das ist ja nicht dass er sich machen wollte aber das war dann doch so einen Moment wo ich sage okay das ist jetzt so oder zu dem Zeitpunkt wusste ich das noch nicht so definitiv Aber so das ist eine Option die immer möglicher wird für mich immer realistischer.
00:34:25: wie kann Ich das so machen dass es geht?
00:34:28: Ja
00:34:28: also das habe ich da.
00:34:29: Ich weiß nicht, ob ich dir schon so bewusst angefangen habe.
00:34:33: Weil wir machen das durch bis wir unser Baby haben.
00:34:39: Aber ich hab schon so angefangen mich umzuschauen.
00:34:42: So ne?
00:34:44: Wie man
00:34:44: immer so schockend geht und nur mal gucken.
00:34:47: Nur mal anziehen, nur mal das Leben anziehen aufs Past.
00:34:50: Wie schön!
00:34:52: Total toll, ganz wertvoll.
00:34:53: Vielen Dank für's Erzählen.
00:34:58: Erlebe oder beobachtet sei Arten von vom Umgang damit.
00:35:02: Die einen wollen gar nichts darüber hören, wie noch mittendrin sind auf dem Weg.
00:35:07: Wie man gleich davon hört dass es vielleicht nicht zu einem Kind führt und die anderen so wie du die sagen nie kommt.
00:35:13: das könnte eine Option sein.
00:35:16: also gucke ich da schon mal ein bisschen hin.
00:35:18: Ich muss ja ja nicht total eintauchen aber ich guck schon Mal hin.
00:35:20: tatsächlich deswegen Super spannend und super.
00:35:24: Danke dass Du es erzählst.
00:35:26: Was würdest Du sagen?
00:35:28: Worüber wird zu wenig gesprochen, was unerfüllten Kinderwunsch angeht?
00:35:34: Also darüber dass es einfach ein total realistische Möglichkeit ist das das nix wird.
00:35:41: Ich finde dieses Never Give Up niemals aufgeben narrativ furchtbar.
00:35:48: ich habe da auch Also ich hab da auch zwischendurch so Momente gehabt, wo ich so gedacht habe, wenn wir jetzt aufhören nach vier Runden... also in Belgien werden einem bei sechs Runden finanziell unterstützt.
00:36:02: Ist das dann nicht auch.
00:36:03: heißt es denn nicht dass wir's nicht genug gewollt haben?
00:36:05: Dass wir nicht irgendwie ne... sodass man immer sagt ja wenn du's wirklich willst, dann so nein!
00:36:14: Also es gibt Leute die machen zehn Runden, die haben nix Und dann hat man nichts außer Trauma.
00:36:19: Also das ist so, wo ich denke, da wird ... und wir leben ja auch in einer pro-natalistischen Gesellschaft im Sinne von, dass Leben mit Kindern besser ist als Leben ohne Kinder?
00:36:32: Das ist die Narrativ, die Wahrnehmung.
00:36:35: Absolut!
00:36:37: Wenn man wie ich kein Kind kriegen kann... Ist so das Leben irgendwie ruiniert.
00:36:42: Da hat man so versagt und das ist halt natürlich Blödsinn, weil es ist ja in vielen Fällen oder einfach ein biologisches Problem.
00:36:51: also irgendwas geht da nicht Und ist jetzt mein Leben weniger wert.
00:36:55: wenn ich irgendwie halt keine Ahnung Diabetes habe?
00:36:58: Oder ne weiß Ich nicht Wenn ich halt einen Unfall habe und ich verliere meinen linken Unterschenkel dann Also das ist ja auch Dann kann ich auch manche Dinge halt nicht machen Und das ist halt dann so.
00:37:11: Dafür ist ja nicht mein ... Also, ne?
00:37:13: Das ist ja irgendwie... Ich hab schon das Gefühl, dass wir zu wenig darüber sprechen, dass es manchmal einfach Hürden gibt, die man nicht überwinden kann und dass alles wollen, die da nicht hilft.
00:37:28: Ja!
00:37:29: Und das finde ich auch tatsächlich bei den Fettitätskliniken, dass da müsste auch ehrlicher druck kommuniziert werden.
00:37:34: Weil als wir gesagt haben, wir hören auf Und ich hab gefragt, was haben Sie denn für Unterstützungsmaterial?
00:37:41: Gibt's da nicht was?
00:37:42: Weil sie so ... unsere Ärzte.
00:37:44: Ach nee ja also ich informiere mich jetzt mal.
00:37:49: Ja die meisten, die aufhören gehen dann zu einer anderen Klinik.
00:37:55: Die sind gar
00:37:56: nicht drauf eingestellt, die Kliniken!
00:37:57: Also das
00:37:58: glaub' ich ihr irgendwie nicht.
00:37:59: Das kann doch nicht sein... Also das ist doch Blödsinn und sie hatten auch Therapeuten Da waren wir ja auch dann am Ende noch mal.
00:38:09: irgendwie, hab ich da noch mal so ein Gespräch gehabt.
00:38:12: Und die hatten schon da schon so Optionen.
00:38:14: Aber das war wirklich ... Ich kann doch nicht sein, dass ich als Patientin immer fragen muss!
00:38:20: Also als Belgien offensichtlich viel weiter als Deutschland?
00:38:23: Nee, also ich glaub, Belgie ist schon in vielen Dingen weiter im Sinne von ... Wir mussten keinen Antrag stellen bei Kannenkasse.
00:38:29: Unsere Gönäkologinnen hat mich an die Kindermusik-Klinik überwiesen und fertig.
00:38:34: Ja, und die zahlen ja auch viel mehr.
00:38:36: Das ist wirklich ... Belgien ist sowohl was Verhütung als auch was Reproduktionsmedizin angeht, das ist schon ein sehr top Länder in Europa.
00:38:46: Aber so auf der zwischendurchen Ebene ist da ... also administrativ sind sie weiter?
00:38:54: Ja, verstehe ich.
00:38:55: Also
00:38:56: man weiß, dass die Klinik ja schon Therapeutinnen hat, das haben glaube ich Jobs gibt für Einzelkliniken in Deutschland Aber eher weniger tatsächlich.
00:39:07: Das ist ja schon mal immerhin etwas.
00:39:08: Ja,
00:39:09: aber das fand ich von trotzdem verrückt!
00:39:10: Also da muss man halt mehr darüber sprechen, dass dann wirklich so wie gesagt es kann einfach so ausgehen, dass man kein Kind kriegt.
00:39:19: Absolut und da fällt mir also was ich immer wieder auf Insta sehe ist dieses Aufgeben ist keine Optionen.
00:39:26: und dann bin ich auch immer ein bisschen innerlich denke ich so... Also erstmal nichts mit aufgeben zu tun sondern sich selbst beschützen.
00:39:33: Ja, wenn man entscheidet den aktiven Kinderwunsch nicht weiter zu verfolgen.
00:39:38: Und es gibt Momente im Leben wo es klüger ist so sagen okay hier gehts nicht weiter
00:39:43: ja total.
00:39:44: also das ist ja klar.
00:39:48: ich finde ja auch.
00:39:50: Also Ich finde schon dass ... unempfüllter Kinderwunsch, eine sehr spezielle Situation ist.
00:39:57: Die man irgendwie nicht mit... die ist schlecht vergleichbar mit anderen Sachen und ich mach's jetzt halt trotzdem so.
00:40:02: Muss man ja!
00:40:02: Aber bei jedem anderen würd' man es auch sagen ne?
00:40:04: Wenn ich irgendwie keine Ahnung immer versuche in Marathon unter vier Stunden zu laufen und mein ganzes Leben, meine ganzen Dreißiger sind darauf fokussiert, Marathon über vier Stunden to schaffen um meine Gesundheit, mein Leben, meinen Beruf, meine Freundschaften alles leidet darunter.
00:40:18: da muss man vielleicht irgendwann sagen okay, vielleicht is dieser Weg nicht für mich Vielleicht geht das einfach nicht.
00:40:27: Wie bist du da hingekommen zu dieser Einstellung?
00:40:33: Das hat auch gedauert und ich glaube, dass ist so Schritt für Schritt passiert.
00:40:39: Und was wirklich viel geholfen hat waren Frauen in meinem Umfeld oder online die eben Kinder los- oder Kinder freileben die ich halt auch irgendwie bewundere, wie zum Beispiel meine Gesangslehre aus Brüssel.
00:40:58: Oder ... ne?
00:41:00: Auch so meine Eltern haben einiges an Freundinnen, die keine Kinder haben.
00:41:06: Manche, weil sie keine kriegen konnten.
00:41:08: Weil sie gedacht haben, das für sie das Leben besser ist ohne.
00:41:12: Da dann so gucken zu sagen, okay, wie machen die das denn?
00:41:16: Und wenn ich mir die angucke, klar sind da welche bei dir irgendwie... Unglücklich sind in ihrem Leben, aber genauso sind Leute mit Kindern unglücklich.
00:41:26: Das ist kein Merkmal und die halt irgendwie ... Wo ich so denke, das ist dein Leben?
00:41:33: Wenn ich sechzig bin und so lebe wie du, das war nett oder wenn ich fünfzig bin.
00:41:37: Das war immer sehr schön.
00:41:39: Wir haben ja auch ein Coachings zusammen gemacht, dass er total hilfreich ist zu sehen.
00:41:43: Da ist diese Person, die hat sowas Ähnliches erlebt als ich.
00:41:48: Und wenn ich mir die Ahnen gucke und überlege, ich müsste mein Leben mit ihr tauschen.
00:41:52: Ja, okay für mich.
00:41:55: Also das war wirklich hilfreich weil dann konnte ich auch so ein bisschen gucken was haben die denn vielleicht gemacht?
00:42:02: Was ich machen könnte damit es mir wieder besser geht.
00:42:04: Super gut!
00:42:05: Das wäre ein guten Tipp.
00:42:07: Sehr sehr guten Tipp wirklich ganz toll.
00:42:11: Was würdest du sagen?
00:42:12: wie hat sich dein Blick aufs Leben verändert?
00:42:19: Was so ein interessanter Moment war.
00:42:21: als ich irgendwann Als wir entschieden haben, wir probieren nicht weiter.
00:42:26: Wir werden kein Kind haben war ich zuerst totes Todes traurig und Ich habe erwartet dass er leichter sein werde.
00:42:34: Und das hat lange auf sich warten lassen.
00:42:37: Und als ich noch so todes todes traure ich war kam plötzlich auch so einen moment wo ich so eine ganz ganz große freiheit gespürt habe Wo ich so gedacht hab wenn ich jetzt keinen kind kriege dann ist ja man der rest meines lebens der ist ja nur für mich.
00:42:50: Das ist dann ja so wirklich meins.
00:42:53: Und das hatte ich vorher ... Mir war gar nicht so bewusst, dass ich es nicht hatte.
00:42:56: Aber ich hatte das vorhin nicht so.
00:42:58: Ich hatte immer alles mit der Perspektive für meine zukunftlichen Kinder geplant.
00:43:05: Ich hab auch dann unter anderem Pharmacistie studiert, weil ich gedacht habe, super.
00:43:09: Apotheke kann ich ja gut irgendwie mich um meine Kinder kümmern.
00:43:14: und dann dachte ich mir so, guck mal, muss ich jetzt gar nicht mehr?
00:43:18: Ich bin jetzt für niemanden verantwortlich!
00:43:21: Und natürlich bin ich für meine Freunde, mein Mann und meine Eltern.
00:43:25: Aber das ist was anderes.
00:43:27: Das ist nicht so diese absolute Abhängigkeit, die ein Kind von dir hat.
00:43:31: Mein Mann ist irgendwie ein Fieger, Erwachsener der sich um sich selber kümmern kann.
00:43:37: Es ist schön, wenn man sich umeinander kümmert aber es ist halt optional.
00:43:42: Beim Kind ist ja etwas ganz anderes natürlich.
00:43:44: Das war eine ziemlich krasse Erkenntnis und das war auch sehr hilfreich ... aus diesem tiefen Trauertal wieder rauszukommen, weil ich so gedacht habe, guck mal das viele Optione ich da jetzt habe.
00:43:58: Ja,
00:43:59: das ist total schön!
00:44:01: Das wünsche ich mir manchmal öfter, dass Menschen das sehen und eine wichtige Option vielleicht ist weggefallen aber dafür sind da tausend andere tatsächlich?
00:44:13: Ja, es war dann auch tatsächlich direkt wieder voll überfordernd, weil ... die Zeit und Energie, die ich in den Kind gesteckt hätte.
00:44:22: Dann muss ich jetzt ja... Ich muss ja jetzt was anderes machen!
00:44:26: Und ich muss da jetzt etwas Tolles machen?
00:44:27: Also ich muss ja quasi so wiederum meinen Wert beweisen,... ...dass wenn ich schon kein Kind habe, dann muss sie wenigstens, ich weiß nicht so genau,... ...die beste Apothekerin werden oder die, weiß ich auch nicht, Gesundheitspolitikerinnen.
00:44:43: Infertilitätsaktivistin weiß ich nicht.
00:44:48: Ich hab ja auch so ein Ding, was ich hatte.
00:44:50: Ich habe jetzt diese ganze Erfahrung und dieses ganze Wissen.
00:44:52: Das hab ich mir unter Schmerzen angeeignet.
00:44:54: Ich musste doch etwas mitmachen!
00:44:56: Ja...
00:44:57: Und das hat auch eine Weile gebraucht, bis ich es gedacht hab okay, nee, nee.
00:45:01: Also wer sagt das denn jetzt?
00:45:04: Nur weil ich jetzt kein Kind habe muss ich dann ...
00:45:07: Das ist wie anders performieren.
00:45:08: Ja genau, das ist ja irgendwie auch Blödsinn.
00:45:11: und natürlich ich glaube schon dass es passieren wird im Sinne von Ich habe halt irgendwie mehr Kapazitäten gerade als wenn ich ein Kind hätte.
00:45:18: also mache ich auch irgendwie mehr Sachen.
00:45:22: Aber das ist noch nicht so lange her.
00:45:23: ich meine wir haben das.
00:45:24: jetzt ist ein halbes Jahr her dass wir es entschieden haben oder dreivierteljahr.
00:45:28: Es braucht einfach ein bisschen Zeit zu wachsen.
00:45:31: was da jetzt kommt Wenn da nur ein gutes Leben rumkommt, ist das ja irgendwie auch ... Ja,
00:45:39: schon richtig viel.
00:45:40: Find ich nämlich auch.
00:45:41: Aber das hatt' ich auch!
00:45:42: Es waren so rechse Beides.
00:45:44: Die Freiheit ist da und zack muss ich's füllen mit einer etwas Krasse.
00:45:50: Was würdest du sagen?
00:45:52: Das ist für dich immer eine Momentaufnahme dieser Frage.
00:45:57: Wie sieht ein erfülltes Leben für dich aus gerade?
00:46:02: Also was ich gerade wirklich sehr genieße, ist dadurch dass ich wieder in Deutschland bin und ich halt offenbar die Sprache spreche.
00:46:14: Und auch so die Gegend hier sehr gut natürlich kenne welche aufgewachsen sind.
00:46:18: das Ich fühle mich so eingebunden Was interessant ist, weil ich hab hier noch nicht so viele Freunde.
00:46:23: Ich bin ja noch nicht lange hier.
00:46:24: Aber ich habe das Gefühl, ich bin Teil der Gemeinde irgendwie.
00:46:31: Und das ist was, was mich irgendwie sehr erfüllend finde und wo ich auch ein großes Vertrauen habe, dass da etwas sehr Interessantes draus wachsen könnte.
00:46:41: Muss mal gucken, wo das hingeht?
00:46:46: Also das ist glaube ich ... Ja, dass man Verbundenheit spürt.
00:46:50: Mit seinen Mitmenschen mit der Natur, ne?
00:46:53: Mit seiner Umwelt und das man auch ... mit dieser Umwelt und damit mein ich sowohl menschlicher als auch natürlicher Umwelt, dass da interagiert.
00:47:04: Dass man nicht irgendwie das nur so ... also nicht nur so konsumiert vielleicht oder so wahrnimmt, sondern das Gefühl, okay, ich geh was rein!
00:47:13: Ich kann ... So, ich gehe irgendwie weiß ich nicht... Garten, wo meine Pflanzen wachsen.
00:47:18: Ich kann irgendwie mit meiner Stadt ... Ja, man ist so in der Resonanz mit der Umgebung.
00:47:26: Das ist was, das glaub ich für mich für ein erfülltes Leben sehr wichtig ist.
00:47:31: und wie das dann individuell aussieht, das glaube ich total verschieben.
00:47:35: Aber ich glaube diese Verbindung zur... Dass man nicht isoliert ist in seiner Blase existiert sondern dass man in Kontakt ist Mit der Welt, mit Tieren und anderen Menschen.
00:47:48: Und dass man so Sinn reingeben kann und Sinn rausbekommt.
00:47:51: Ja richtig schön!
00:47:53: Und würdest du sagen ist dieser Erkenntnis gewissermaßen ein Outcome aus diesen Erlebnissen die du hast?
00:48:02: Oder gibt es irgendwas auf dem Kinderwunschweg das du ja in Anführungsstrichen oder auch nicht an Anführungstrichen als geschenkt bezeichnen, so ist.
00:48:12: Also hattest du das schon?
00:48:13: Ich weiß ja nicht, es ist noch nicht so lange her bei dir.
00:48:15: Kannst du da schon irgendwas drin sehen?
00:48:19: Also ich weiß schon was du meinst.
00:48:23: Ich habe schon das Gefühl dass dadurch bei mir ein wahnsinniger Reifungsprozess stattgefunden hat in mir selber, in meinen Beziehungen und ich glaube zum Beispiel, dass mich zu einer besseren ... Apotheker gemacht hat, weil ich jetzt halt die patienten Perspektive...
00:48:42: Ja.
00:48:42: ... viel besser nachvollziehen kann und auch weiß wie.
00:48:46: manchmal ist es ja auch so eine Leute kommen in die Apotheke und die sind dann irgendwie sehr kurz angebunden, sehr ungeduldig, sehr schlecht drauf und ich denke mir so, boah, ich versuche wirklich echt nur so meinen Job zu machen und ich will dir ja helfen aber das ist ne?
00:48:56: So dass ich da einfach mehr Verständnis vorhabe,... Weil den Leuten geht's halt schlecht!
00:49:03: Natürlich sind sie schlecht drauf.
00:49:07: Also das auf jeden Fall.
00:49:08: Äh, auch dass ich gleichzeitig gnädiger und gnadenloser gewinnen worden bin.
00:49:15: So mehr im Sinne von... ...gnädiger für so ja also für so das Menschen wirklich ihr Bestes geben und manchmal ist es einfach nicht gut genug?
00:49:30: Das isso!
00:49:31: Und das ne?
00:49:33: Gladenlos aber auch im Sinne, dass ich denke, dass jeder Verantwortung hat Das Leben, das er hat und natürlich kann man dann nicht vieles dran.
00:49:42: Ist man häufig in Situationen die man nichts zu verantworten hat.
00:49:45: aber es ist halt deine Verantwortung wie du damit umgehst Und da habe ich auch weniger Geduld
00:49:49: für Wohlschutz.
00:49:51: Ja Kann ich dir davon stehen
00:49:52: so und Ich wünsche mir trotzdem dass sich die erfahrunglich hätte machen müssen.
00:49:59: also ich mag mich mehr jetzt So nach allem ich bin noch mehr mit mir im rein.
00:50:03: ich hab das Gefühl ich hatte wirklich viel gelernt.
00:50:05: Aber wenn ich mir so quasi, wenn ich auf mein Leben drauf gucke und ich dürfte das Leben von Dorothea gestalten, würde ich ihr das trotzdem gerne ersparen.
00:50:12: Auch unter der Prämisse, dass sich dann vielleicht ein bisschen weniger reflektiert und reif geblieben wäre und vielleicht ein wenig ignoranter ... Das wär glaub' ich also... Ja
00:50:24: kann nicht total nachvollziehen.
00:50:25: Danke
00:50:26: für
00:50:26: deine Ehrlichkeit!
00:50:27: Die hat mich total super!
00:50:30: Genau.
00:50:30: aber das ist halt schon was tatsächlich, wo ich es gemerkt habe okay, ich hab da einfach wahnsinnig viel gelernt Das glaube ich dir.
00:50:37: Aber wie gesagt, auch nicht freiwillig.
00:50:39: Hättest
00:50:40: du jetzt gerne einen Weg gehabt sozusagen?
00:50:42: Hätte ich mir auch noch... wäre okay wenn das irgendwie noch zehn Jahre gebraucht hätte, bis ich so diese Erkenntnisse habe.
00:50:47: alle
00:50:49: Versteh' ich so.
00:50:51: Also
00:50:51: dieser Weg mit deiner Vorstellung von Weiblichkeit gemacht.
00:50:56: Ah, interessante Frage!
00:50:57: Ich würd's
00:50:58: zu sagen.
00:50:59: Habe ich hier noch nie so darüber nachgedacht?
00:51:04: Ich glaube Also ich hatte, was mich wirklich gestört hat auch mit dieser ganzen Fatalities-Behandlung ist.
00:51:16: Dass es so krass wie näher ist.
00:51:21: Es ist alles an der Frau und gerade wir haben ja einmal Kliniken gewechselt.
00:51:27: die erste Klinik Die haben mich behandelt, wirklich wie ... Das und das machen wir jetzt.
00:51:32: Ihre Eierstöcke und ihre Eileitern kann alles kaputt sein.
00:51:36: Das kann alles furchtbar sein.
00:51:38: Sie werden das und das tun.
00:51:40: Das ist so zu meinem Mann?
00:51:41: Also es könnte vielleicht auch sein, dass eventuell ... Wir wissen's noch nicht aber vielleicht ihr Sperma also kann sein.
00:51:52: Da sind wir dann nachher rausgegangen und wir haben uns angeguckt.
00:51:54: Ich dachte, das kann doch nicht sein!
00:51:58: Wie gesagt, das ist ein erwachsener Mann.
00:52:00: Der isst sich der Möglichkeit bewusst, dass es eventuell auch an ihm liegen könnte.
00:52:06: Das war wirklich absurd!
00:52:09: Also das fand ich irgendwie so krass, dass dieses ... Auf der einen Seite ist ja Weiblichkeit immer sowas so terrestial das sanfte Milde und dann war das da aber so... Ich war die krasse Harte, die alles ertragen musste.
00:52:23: und wehe ich habe mich beschwer, weil ich Schmerzen hatte Und mein Partner, der wird so gekuschelt.
00:52:31: Ja, guck mal hier ... Das fand ich richtig heftig!
00:52:36: Ähm... und ja ... vielleicht das ein bisschen, dass ich gedacht hab, dass Weiblichkeit auch was sehr blutiges sein kann?
00:52:52: Also ist ja eh, eigentlich.
00:52:54: Wenn man drüber nachdenkt... Aber das ist ein gesangentliches gerade Frischentwickel.
00:52:57: Potenziell ist er noch nur ausgereift.
00:52:59: Also halt auch sehr hart und sehr durchhaltend.
00:53:05: Ja
00:53:07: absolut.
00:53:07: Sehr zäh!
00:53:09: Und es gar nicht so dem passt was man sieht.
00:53:12: Das rosa plüschige, das milde, das sanfte.
00:53:16: Klar natürlich auch sanft aber trotzdem gleichzeitig sehr mächtig.
00:53:20: Und ich hatte das tatsächlich nicht, dass sich irgendwie das Gefühl hatte, dass ich dadurch irgendwie, dass jetzt keine Mutter werden kann, weniger Frau bin.
00:53:28: Das war ein Thema für mich.
00:53:33: Aber wie gesagt auch weil ich halt so viele gute Vorbilder hatte.
00:53:37: Auch damit aufgewachsen bin.
00:53:41: Genau, dass quasi kein Kind haben ... Also was ist normales?
00:53:45: Da hatte ich glaube ich auch ziemlich Glück.
00:53:46: Ja, das ist
00:53:48: super gut.
00:53:49: Dass du so vielfältige Menschen um dich rum geschahst sozusagen und angezogen hast?
00:53:54: Ja oder auch als Kind ja schon!
00:53:55: Das hatte ich ja nicht mein eigenes Zutun damals.
00:53:58: Aber genau.
00:53:59: Gibt es richtig gut wirklich.
00:54:01: Zwei Fragen habe ich noch.
00:54:02: Die erste Frage wäre... Worauf freust du dich in den nächsten Jahren?
00:54:07: Ah, das sind schöne Fragen.
00:54:10: Also ich freue mich hier noch mehr anzukommen.
00:54:12: Ich wohne jetzt erst seit drei Monaten hier.
00:54:14: Ähm, und auch irgendwie halt so mein Business weiterzuentwickeln.
00:54:19: Da bin ich auch wirklich da.
00:54:21: Ich freu mich sehr darauf, wie es sehr gespannt was so hinkommt.
00:54:26: Dann freue ich mich auch darauf wie ... So ein kleiner Hund.
00:54:30: also wir haben jetzt seit sechs Wochen oder acht Wochen eine kleine Tierschutz-Hündin bei uns, das mit der so wird?
00:54:38: Oh ne!
00:54:41: Da freue ich mich drauf.
00:54:42: Dann freu ich mich auch, dass sich da drauf ... Vielleicht kriegt mein Bruder mal ein Kind oder wie gesagt ... Sehr gute Freunde von mir ist grad schwanger!
00:54:49: Da freu' ich mich auf drauf.
00:54:50: Das ist auch was, was mich überrascht hat, wie sehr ich mich darauf freuen kann?
00:54:55: Manchmal tust man natürlich noch weh und ich weiß nicht genau, wie das es wäre, wenn's dann kommt.
00:55:00: Es wird sicherlich noch mal ein harter Moment.
00:55:03: Aber da freu mich auch drauf.
00:55:06: Ja, so was.
00:55:07: Und ich hab auch ein Partnerkind, das ist extrem lustig.
00:55:09: Sehr lustiges junges Mädchen oder junge Frau, die ist jetzt zu siebzehn.
00:55:14: Super spannend irgendwie, dass aus der so wird und auch was mit meiner Beziehung führt.
00:55:20: Ist ja noch nicht so lange her, dass wir es aufgehört haben, Kind zu kriegen und was jetzt mit uns wird.
00:55:27: Ja
00:55:28: super, danke!
00:55:31: Was wäre so eine Botschaft, die du an die Hörerinnen da draußen gerne geben würdest?
00:55:41: Dass es vorbeigeht.
00:55:43: Also das hat ein Ende.
00:55:47: Das ist glaube ich das Wichtigste und das Ende wird kommen oder anders erwartet vielleicht auch nicht aber es ist jetzt ein Zeitraum im Leben der wird vorbei gehen.
00:56:02: Das ist so das Wichtigste.
00:56:05: Und auch, dass man jederzeit aufhören darf.
00:56:10: Oh, Scheiße!
00:56:11: Es gibt keinen Leidenswettbewerb.
00:56:12: Man kriegt keine Medaille dafür, dass am meisten gelitten hat.
00:56:15: Dass es man darf einfach aufhörn und dann passiert nichts Schlimmes.
00:56:21: Also es passiert nicht, was nicht vorher offen da ist?
00:56:22: Ja...
00:56:25: Guter Punkt.
00:56:27: Toll!
00:56:27: Vielen, vielen Dank für diese Botschaft.
00:56:29: Ganz viele dieser beiden Botschaften.
00:56:31: ganz wichtig tatsächlich und ich freue mich total.
00:56:35: es war ein so schönes Gespräch.
00:56:36: Danke für diesen Einblick in deine Gedanken- und Gefühlswelt.
00:56:40: Ich gebe dir irgendwas noch was du was dir noch gefiltert gibt's noch irgendwas was du noch sagen möchtest oder irgendwie thematisieren möchtet?
00:56:48: Nee, ich glaub auch nur noch so für alle.
00:56:51: Ihr seid nicht allein?
00:56:51: Das ist ... Es sind so viele, die irgendwie da durchgehen, die da durchgegangen sind und werden.
00:57:01: Ja, das ist so... es ist richtig Scheiße, dass es so ist.
00:57:06: Aber man ist nicht alleine wie man sich fühlt.
00:57:09: Auf jeden Fall kann ich noch zustimmen.
00:57:11: Wir sind extrem viele tatsächlich.
00:57:15: Vielen Dank!
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00:57:35: mit diesem Podcast.
00:57:36: den Spendenlink findest
00:57:38: Du immer
00:57:39: in den Show notes.